Kreislaufstillstand: Zeit überbrücken, bis der Rettungsdienst kommt

Kreislaufstillstand: Zeit überbrücken, bis der Rettungsdienst kommt

Bei einem Kreislaufstillstand zählt jede Sekunde. Das Herz pumpt kein sauerstoffreiches Blut mehr. Bewusstlosigkeit und Atemstillstand setzen nach wenigen Sekunden ein. Die Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff führt schnell zu bleibenden Organschäden, welche zum Tod führen, werden sie nicht rasch korrigiert. Besonders das Gehirn leidet schnell und erheblich unter einem Sauerstoffmangel. Nach drei bis fünf Minuten beginnt der Zelluntergang im Gehirn. Deshalb ist für gute Überlebenschancen bei Kreislaufstillstand sofortige Hilfe entscheidend.

 

So schnell wie möglich retten

Weil bei Kreislaufstillstand nur ganz wenig Zeit bleibt, um die betroffene Person zu retten, sind Rettungsdienste oftmals nicht in der Lage, rechtzeitig zu helfen.

Gemäss Schweizer Standards müssen sich die Rettungsdienste so organisieren, dass sie den Einsatzort in 90% der Fälle innert 15 Minuten nach Alarmeingang erreichen. Nur in Ausnahmefällen gelingt es Rettungsdiensten, bereits innert weniger als zehn Minuten nach Auftreten des Kreislaufstillstands am Patienten zu sein. Entsprechend muss man leider sagen, dass die Überlebenschancen bei Kreislaufstillstand sehr klein sind, wenn keine Erste Hilfe geleistet wird, bis der Rettungsdienst vor Ort eintrifft und die Rettungsmassnahmen übernimmt.

 

Defibrillatoren als sichere Erste-Hilfe-Massnahme

Bereits vor rund 20 Jahren wurde gezeigt, dass 74% der Betroffenen einen Kreislaufstillstand überleben, wenn innert drei Minuten nach Eintreten des Kreislaufstillstands ein erster Schock mit dem Defibrillator (AED) abgegeben wird. Wird der erste Stromstoss erst nach mehr als drei Minuten abgegeben, liegen die Überlebenschancen bei 49%. Mit jeder weiteren verstrichenen Minute ohne Einsatz des Defibrillators oder ohne wirksame Brustkorbkompressionen sinken die Überlebenschancen um je etwa 10%.

Entsprechend soll der Defibrillator schnellstmöglich zum Einsatz gelangen. Weil in der Regel aber etwas Zeit vergeht, bis der Defibrillator zum Einsatz gebracht werden kann (Holen des Geräts, Einschalten, Elektroden auspacken, Oberkörper entkleiden), sollen sofort immer Kompressionen des Brustkorbs durchgeführt werden. So wird der Sauerstoffmangel im Gehirn und Herz bereits wieder etwas reduziert, wodurch wir Zeit gewinnen und auch die Erfolgschancen des Defibrillators erhöhen.

Diese Kompressionen werden sofort nach dem Schock weitergeführt, bis der Defibrillator nach zwei Minuten dazu auffordert, die Kompressionen zu unterbrechen, um die Herzaktivität erneut zu beurteilen und gegebenenfalls einen weiteren Schock auszulösen.

Übrigens kann während diesem frühen Zeitpunkt der Defibrillation auf die Beatmung noch verzichtet werden. Dies erleichtert die Hilfe bei Kreislaufstillstand ungemein. Zu Beginn hat es nämlich noch recht viel Sauerstoff im Blut, bspw. im Oberschenkel oder im Becken. Nur im Gehirn hat es wenig Sauerstoff, weil das Gehirn viel mehr Sauerstoff verzehrt als bspw. die Muskulatur, die beim Bewusstlosen ja nicht mehr arbeiten muss. Durch gute Kompressionen des Brustkorbs pumpt man also noch relativ sauerstoffreiches Blut aus den Oberschenkeln ins Gehirn und sorgt so für frische Sauerstoffzufuhr in diesem unentbehrlichen Organ. Nach einigen Minuten muss dann schon auch von aussen Sauerstoff zugeführt werden. Bis dahin sind aber eventuell bereits zusätzliche Helfer eingetroffen, die einen bei der Beatmung unterstützen können.

 

Wichtig zu wissen: Der Unterschied zwischen den Defibrillatoren

Vollautomatischer Defibrillator (AED)

Der vollautomatische Defibrillator gibt, nach dem Feststellen eines des schockbedürftigen Zustandes, den Impuls der Defibrillation automatisch ab. Das erfolgt in der Regel nach dem Zählen eines Countdowns.

  • Vorteil 1: Der Person, die den AED anwendet, wird der Respekt oder die Angst vor dem Defibrillator genommen.
  • Vorteil 2: Die Schocktaste gibt es hier nicht. Je weniger Tasten zu bedienen sind, umso einfacher ist die Anwendung des AED für die Person mit Laienwissen.

 

Halbautomatischer Defibrillator (Anwendung für professionelle Ersthelfer, Arzt, Rettungsdienste)

Der halbautomatische Defibrillator gibt, nach dem Feststellen eines schockbedürftigen Zustandes, die Schocktaste frei. In der Anwendung muss nun der Impuls der Defibrillation durch Drücken der Taste gegeben werden.

  • Vorteil: Der Ersthelfer kann sich vor der Schockabgabe vergewissern, ob der Patient von niemandem berührt wird.
  • Nachteil: Es gibt nur die spezielle Taste zur manuellen Schockabgabe. So kann sich eine Verzögerung der Schockabgabe ergeben.

 

Die Handhabung von Defibrillatoren durch Laien wird durch AEDs (Automatisierte Externer Defibrillator) stark vereinfacht. Die Defibrillatoren führen selbstständig eine EKG-Analyse aus und lassen nur dann einen Schock zu, wenn der Gesundheitszustand des Betroffenen dies auch wirklich benötigt.

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2019-08-19T11:06:05+02:00Montag, 19. August 2019|Allgemein|0 Kommentare

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