Wiederbelebung auf dem Spielfeld

Wiederbelebung auf dem Spielfeld

Dieser Tage berichten die Medien über einen Plötzlichen Kreislaufstillstand mit Todesfolge eines jungen Fussballspielers während des Spiels. Auch wenn diese tragischen medizinischen Notfälle insgesamt doch selten sind, hat JDMT schon vor Jahren ein Vorgehen entwickelt, wie im Stadion Letzigrund bei einem Kreislaufstillstand vorzugehen wäre.
Bei einem Kreislaufstillstand sind in einer ersten Phase folgende vier Massnahmen nötig:
– Realisieren: Sofort realisieren, dass ein Kreislaufstillstand vorliegt
– Alarmieren: Sofort die interne Sanität alarmieren und nachvollgend den Notruf 144 um Hilfe bitten
– Pumpen: Sofort und möglichst ohne Unterbruch pumpen (= Herzmassage)
– Schocken: Sofort Defibrillator einsetzen

Internationale Studien zeigen, dass 74% aller Betroffenen überleben, wenn bei ihnen ein Einsatz des Defibrillators möglich ist und innert 3 Minuten stattfindet (bei Einsatz innert 2 Minuten sogar 80%). JDMT hat als Leistungslimite, dass ab Alarm innert 60 Sekunden ein erster Schock ausgelöst wird.

Die weiteren Hilfeleistungen auf dem Spielfeld werden durch die Exponiertheit vor dem Publikum erschwert. Zudem befinden sich in einem Spiel mit 8’500 Gästen geschätze 850 Kinder im Stadion. Ein Sichtschutz ist nicht möglich, Wiederbelebungsmassnahmen können bis zu 60 Minuten dauern.

Aus diesem Grund wird durch das Team von JDMT der Patient nach erstem Schock auf ein Rettungsbrett gehievt und sofort auf das Letzimobil getragen. Hierfür fallen weniger als 30 Sekunden an, während dessen die Thoraxkompressionen nicht stattfinden können. Anschliessend wird der Patient mit dem Letzimobil unter laufenden Thoraxkompressionen in die Tiefgarage evakuiert, wo die weiteren Hilfsmassnahmen stattfinden (Sauerstoffgabe, Gabe von Medikamenten). Der Rettungsdiesnst mit Notarzt unterstützt JDMT nach Eintreffen im Stadion in den weiteren Rettungsmassnahmen.

Dieses Konzept wurde nicht nur möglich dank der langjährigen Erfahrung von JDMT im Stadion, sondern auch durch das Mitwirken unseres ärztlichen Leiters John Essig, Facharzt für Anästhesie.

2016-05-07T12:55:45+01:00Samstag, 7. Mai 2016|Allgemein|0 Kommentare

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