Corona-Virus-Epidemie: Quo vadis?

Corona-Virus-Epidemie: Quo vadis?

Während die Zahlen bestätigter Corona-Infektionen in China weiter deutlich steigen, verharren sie ausserhalb von China, besonders in Westeuropa und den USA auf einem tiefen Niveau. Bei gegen 25’000 Personen wurde bis heute eine Infektion mit 2019-nCoV nachgewiesen. Gegen 500 Todesfälle werden aktuell dem Corona-Ausbruch zugeschrieben. Gingen Vertreter der chinesischen Behörden  vergangene Woche noch davon aus, dass Ende dieser Woche der Peak an Infektionen erreicht sein würde, muss heute vielmehr davon ausgegangen werden, dass die Infektionen noch länger ansteigen werden. Aktuell steigen die Zahlen mit bestätigter Infektion täglich noch immer sehr stark an, der Peak wird nun für Ende der nächsten Woche erwartet.

Auch wenn es wichtig ist, Zahlen zu erfassen (bspw. von bestätigten Infektionsfällen), so müssen diese Zahlen auch immer bis zu einem gewissen Mass relativiert werden. Mutmasslich sind deutlich mehr Personen mit dem Corona-Virus infiziert worden, als dies offiziell ausgewiesen wird. Bei längst nicht allen erkrankten Menschen wurde die Infektion mit einem Test nachgewiesen. Und es darf davon ausgegangen werden, dass längst nicht alle Personen mit milden grippalen Symptomen sich in ärztliche Behandlung begeben und so nicht erfasst werden. Aus solchen Überlegungen ist bis dato auch keine gesicherte Aussage zur gesundheitlichen Gefährlichkeit für die einzelne Person zu treffen, bspw. zur Sterblichkeit. Es ist unklar, wie weit alle Todesfälle als Corona bedingt erkannt werden. Und es ist eben auch unklar, wie viele Menschen sich bisher effektiv mit Corona infiziert haben, was entscheidend ist für die Tödlichkeitsrate (Anzahl an Corona-Virus-Infektion verstorbene Personen / Gesamtzahl Personen mit Corona-Infektion). Während die Gesamtzahl bestätigter Infektionen und Corona bedingter Todesfälle also nicht auf eine Entspannung hinweist, steigt indes die Zahl an Personen, welche täglich das Spital nach überstandener Infektion wieder verlassen dürfen. Und auch die Zahl Verdachtsfälle in China sei von 5’173 auf 3’971 Verdachtsfälle zurückgegangen.

Während also in China die epidemiologische Situation immer noch eskaliert, verharrt sie ausserhalb von China auf einem tiefen Niveau. Wenn überhaupt, dann steigen die Zahlen bestätigter Fälle nur um Einzelfälle an. Und auch wenn die Aussagekraft begrenzt ist, hätten wir uns wohl nicht gewundert, wären aktuell in Zentraleuropa und in der Schweiz deutlich mehr Menschen bestätigt infiziert als es aktuell tatsächlich der Fall ist. Indes ist es sicherlich deutlich zu früh, vorsichtig eine milde Form der Entwarnung zu formulieren.

Die Erfahrungen mit der Corona-Virus-Infektion werden mit Sicherheit Auswirkung auf den Umgang mit infektiösen, potentiell pandemischen Ereignissen in der Zukunft haben: Die getroffenen Massnahmen der chinesischen Behörden wie auch der Behörden in betroffenen Ländern sind enorm. Und auch die Wichtigkeit einer frühen, situationsgerechten Aktivierung der Pandemie-Bewältigungsorganisation in Unternehmen konnte herausgestrichen werden. Beeindruckend sind schliesslich sicherlich auch die wirtschaftlichen Implikationen, nicht nur für den Tourismus, sondern auch für Industriebetriebe ausserhalb Chinas, welche bspw. infolge Ausbleiben von Komponenten aus chinesischer Produktion nicht weiter produzieren können (Grafik: WHO).

2020-02-05T09:36:19+01:00Mittwoch, 5. Februar 2020|Allgemein|0 Kommentare

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